Chronik der FF Bongard
                               
Seit mehr als 120 Jahren stellen die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bongard nachweislich den Brandschutz in den Gemeinden Bongard und Gelenberg sicher. Für die Gemeinde Gelenberg, die über keine eigene Feuerwehr verfügt, war dies in den Anfangsjahren, als noch Pferdegespanne den Spritzenanhänger zogen, auf Grund des langen Anfahrtsweges nur bedingt möglich.


So wurden - nach einem Augenzeugenbericht -  im Jahre 1925 bei einem Großbrand in Gelenberg gleich 3 Bauernhäuser durch Feuer vernichtet. Die mit Pferdegespannen anrückenden Feuerwehren – unter anderem auch die aus Bongard - konnten nichts mehr retten.


Schon damals unterstand die Feuerwehr Bongard dem Bürgermeisteramt Kelberg. Ein noch im Original erhaltener, aus dem Jahr 1933 stammender Feuerwehrausweis eines Bongarder Feuerwehrmannes bezeugt, dass schon zu dieser Zeit eine organisierte Feuerwehr bestand. Ein von der Fa. Heitefuss, Offenbach a. Main erstellter  Geräteprüfbericht aus dem Jahre 1930 dokumentiert, das schon in dieser Zeit regelmäßige Geräteprüfungen stattfanden. Dieser Prüfbericht dokumentiert auch den damaligen Zustand des techn. Gerätes in den Gemeinden Kelberg, Uersfeld, Hausen, Köttrichen und Bodenbach.
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges führte Matthias Nohner die Wehr. Anschl. übernahm Peter Rieder die Führung der Wehr.  Die Ausrüstung bestand zu dieser Zeit aus einer Handspritzpumpe, aufgebaut auf einem für Pferdegespann hergerichteten Wagen, dazu einige Schläuche, 1 Strahlrohr und ein Hydrantenrohr. Das „Spritzenhaus befand sich seinerzeit im rechten Teil der damaligen „alten Schule“ (gegenüber Anwesen Fam. Scheid).


Die Wehrführung wechselte in dieser Zeit recht häufig. So übergab um  1950  Peter Rieder die Wehrführung an Rudi Rausch. In der Folgezeit erhielt die Bongarder Wehr eine DKW Motor-Tragkraftspritze, die bis dahin bei der FF Bodenbach ihren Dienst versehen hatte. Zum Transport diente ein vom Traktor gezogener Einachs-Anhänger.


Im Mai 1960 ernannte die Amtsverwaltung Kelberg Toni Bongartz zum Wehrführer von Bongard. Diese Funktion nahm Herr Bongartz bis 1974 wahr. In diese Zeit fallen neben mehreren kleineren Einsätzen auch 2 größere Waldbrände, sowie der Großbrand auf dem landw. Anwesen der Fam. Fassbender in Bongard.
1968 wurde die veraltete DKW-Tragkraftspritze durch eine neue KHD-Tragkraftspritze  TS 8/8 ersetzt. Was immer noch fehlte war eine ausgebildete,  funktionierende Mannschaft, die auch das Gerät sicher und schnell bedienen konnte.

Im Januar 1974 bestand die  FF Bongard bereits aus 20 aktiven Feuerwehrmännern. Unter dem damaligen Wehrführer Reinhold Feinen wurden die ersten Feuerwehrmänner zu Ausbildungs-Lehrgängen deligiert. 
Ein Bongarder Unternehmer stiftete 1974  einen gebr. VW-Bus, der in Eigenleistung zu einem Tragkraftspritzenfahrzeug ausgebaut und 1977 feierlich eingeweiht wurde. Die erste persönliche Schutzausrüstung für die Feuerwehrkameraden wurde ebenfalls von diesem Unternehmer gespendet. Das ebenfalls in Eigenleistung ausgebaute Feuerwehrgerätehaus wird im Juni 1981 im Rahmen eines Feuerwehrfestes eingeweiht. Am 3. Okt. 1987 gründen 23 Feuerwehrangehörige den Verein Freiwillige Feuerwehr Bongard und beschließen eine Vereins-Satzung.


Heute zählt die Feuerwehr Bongard 27 Mitglieder und ist auch im kulturellen Bereich sehr aktiv. So ist der Aufbau des Martinsfeuers und die Organisation des Martinszuges seit Jahren  Aufgabe der Feuerwehr. Größere Veranstaltungen wie z. B. Karnevalsveranstaltungen werden gemeinsam mit dem Sportverein und der Chorgemeinschaft durchgeführt.


Bei Beginn der Planungen zum 75-jährigen Bestehen der FF Bongard im Herbst 2001 wusste man noch nicht, dass die Feuerwehr deutlich älter ist.


Bei Recherchen  zur Bongarder Dorfchronik wurde der Beweis erbracht, dass bereits 1892 eine Feuerwehr bestanden haben muss. Der damalige Bürgermeister der Bürgermeisterei Kelberg, Herr Schmitz ließ nämlich am 1. März 1892 eine „Nachweisung über das Immobilar und Vermögen“  der Gemeinden der Bürgermeisterei Kelberg erstellen. Die Bürgermeisterei Kelberg gehörte seinerzeit noch zum Kreis Adenau.

Hierbei wurden für Bongard dokumentiert :
Feuerspritzen        2
Handspritzen        0
Haken                  7
Feuereimer         36
Leitern                 2
Spritzenhäuser      1
Wasserleitungen    1

Das Jahr 2012 war eines der ereignisreichsten Jahre der Freiw. Feuerwehr Bongard. In Eigenleistung wurden bestehende Räumlichkeiten im Feuerwehrgerätehaus zu einer größeren Fahrzeughalle ausgebaut und gleichzeitig eine Unterbringungsmöglichkeit für die Einsatzkleidung geschaffen. Das TSF wurde durch ein wasserführendes Fahrzeug TSF-W ersetzt und mit Digitalfunk sowie Atemschutzgeräten ausgerüstet. Höhepunkt des Jahres war im Mai das 120-jährige Jubiläum der Freiw. Feuerwehr Bongard in Verbindung mit der Einweihung der neuen Fahrzeughalle und des TSF-W.

Innenansicht der Fahrzeughalle