Die Geschichte der Bongarder Kirche

1. Die Pfarrverhältnisse

Die Grafen von Kerpen hatten 1175 ein Augustiner-Nonnenkloster gestiftet, das 1226 der Abtei Steinsfeld unterstellt und von einem Prior geleitet wurde. Im Jahre 1505 wurden die Nonnen, die früher schon die Prämonstratenser Ordensregeln angenommen hatten, durch die Prämonstratenser von Steinfeld ersetzt. Niederehe blieb kurkölnische Pfarrei, bis es 1803 als Sukkursalpfarrei des Kantors Lissendorf zum Bistum Trier kam.

Im Grenzgebiet zwischen den alten Erzbistümern und späteren Kurfürstentümern Köln und Trier lag die heutige Pfarrei Bodenbach im Westzipftel des Kreises Mayen. Die etwas über 700 Pfarrkinder zählende Pfarrei umfaßte außer dem Pfarrort Bodenbach auch die Filialorte Bongard mit dem Forsthaus Barsberg, Borler u. Gelenberg. Die Dörfer Bongard und Gelenberg gehörten früher zur Pfarrei Kelberg u. das Dorf Borler zur Pfarrei Nohn.

Im Liber valoris des Erzbistums Köln wird der Ort Bongard als Kuratvikarie (Vorsteher eines Seelsorgebezirkes, der gewöhnlich lose mit einer Pfarrei verbunden ist) des Erzbistums Köln aufgeführt.

Der Kaplan von Kelberg hielt in Bodenbach den Gottesdienst.

Später versahen die Mönche von Niederehe den sonntäglichen Frühgottesdienst.

1723 baten die Bongarder und Bodenbacher den Prior des Klosters Niederehe, wenigstens sonntags eine Frühmesse in ihren Kapellen zu halten. Der Kelberger Pastor fürchtete wohl Einkommensverluste und wollte das nicht dulden, da machten Lorenz Balthus von Bongard und die beiden Bodenbacher Johann Bongard und Johann Roder 1724 "Eingaben", wie Schug schreibt. Der Kölner Offizial entschied 1725, daß nur der Kaplan von Kelberg berechtigt ist, den Frühgottesdienst am Sonntag zu halten. Der Streit dauerte über viele Jahre fort.

1832 begannen schließlich die ersten Verhandlungen über eine Loslösung von Kelberg und Bildung einer eigenen Pfarrei Bongard oder Bodenbach. Die Entscheidung fiel zu Gunsten von Bodenbach aus. So wurde Bodenbach 1861 mit den Filialen Bongard, Borler und Gelenberg zur eigenen Pfarrei erhoben. Die Verfügung wurde zu Ostern 1862 in den Pfarrkirchen Kelberg und Nohn bekannt gegeben.

 

Die Kapelle

 

 

Im Jahre 1719 stand bereits eine Kapelle in Bongard, schreibt Pfarrer Peter Schug in seiner 'Geschichte der Pfarreien' 1956. Ihr folgte 1827 eine neue zu Ehren der heiligen Agatha und der Kreuzerhöhung, etwa 8,15 x 5,65 Meter im Geviert, barock, mit dreiseitigem Chorschluss...

 

 

 

 

 

Abriss der alten Kapelle 1914-1916

Neubau der Kirche St. Agatha

Da die Kapelle Anfang des 20. Jahrhunderts baufällig wurde, tauchten 1912 Pläne für einen Neubau auf, mit einem Kostenvoranschlag von 25 – 26.000 Mark.

6.274 Mark waren vorhanden, der Bischof bewilligte eine Hauskollekte, die weitere 4.000 Mark einbringen könne. Es lagen in Trier aber noch weitere 56 Kollektengesuche vor, und man wolle sich gedulden, hieß es. Doch Bongard drängte. Am 14.03.1914 beschließt die Gemeinde einen Extra-Holzhieb von 5.000 Mark zum Neubau der Kapelle.

Am 03.05.1914 erfolgte die Grundsteinlegung nach den Plänen des Architekten Wirtz aus Trier.

Der Hochaltar wurde erst bis zum Tisch fertig gestellt, der Obere Teil wurde vom Altar in der alten Kapelle übernommen.

Am 19. Oktober 1915 konnte die Einweihung der Kirche vorgenommen werden. Die drei Glocken aus Stahl wurden 1915 beschafft.

Für den wechselseitigen Dienst kam erst Ostern 1916 die bischöfliche Genehmigung. Das feierliche Hochamt an den Hauptfesttagen wurde aber dabei für die Pfarrkirche in Bodenbach vorgehalten. Der alternierende Dienst begann am 28. Mai 1916.

Für die Zeit danach, bis nach dem 2.Weltkrieg, liegen keine weiteren Informationen vor.

Liste der am Bau beteiligten Firmen:
 

Mauerwerk:              Baumeister Oellig aus Ulmen

Zimmerarbeiten:       Zimmermann Altmeier aus Dreis

Das Holz für Dachgerüst und Türen ist von der Gemeinde Gelenberg geschenkt

Decken des Daches:  Dachdeckermeister Titzen aus Kylburg

Der Schiefer stammt aus den Gruben bei Laubach-Müllenbach.

Schmiedearbeiten:    Schmied Peter Josef Neumann aus Bongard

Boden und Türen:                  Schreinermeister Zender aus Daun

Empore Schreinermeister:      Schlösser aus Hillesheim

Kanzel und Kommunionbank:  Bildhauer Gebr. Heilmann aus Niederheimbach

Im Jahre 1950 erhielt die Kirche eine Orgel mit 15 Registern.

Die vom Orgelbaumeister E. Sebald (Trier) erbaute Orgel wurde durch Dechant Schneider (Wanderath) geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Nach der Festpredigt des Erbauers der Kirche, Herrn Def. Hermann (Eisenschmitt) ließ sie Domorganist Schuh (Trier) mit seinem vollendeten Spiel erstmalig erklingen.

Am .... Oktober 1950 konnte Bongard in zweifacher Hinsicht einen frohen Festtag begehen. Die Kirche, die durch Kriegs- und Witterungsschäden in ihrem Innern unansehnlich geworden war, bekam durch den Kunstmaler Kolb (Niederlahnstein) ein neues Gewand. Der Künstler verstand es, in Farbtönung und bildlicher Darstellung den Raum zu einem würdigen Gotteshaus zu gestalten.

Die Bemühungen des hiesigen Kirchenrates um die Genehmigung eines Gottesdienstes an jedem Sonn- und Feiertag wurde vom Bischöflichen Generalvikariat in Trier zu Nichte gemacht. Es kann also auch in Zukunft in der Kirche in Bongard nur an jedem 2. Sonntag ein Gottesdienst stattfinden. Der Herr Weihbischof führte in seiner Ansprache in der Kirche zu Bongard am 10.7.53 aus, daß Priestermangel die Ursache sei, daß in Bongard nur an jedem 2. Sonntag ein Gottesdienst stattfinden könne.

In den 70er Jahren wurden verschiedene Renovierungsmaßnahmen gestartedt. Als erstes erhielt die Kirche einen neuen Innenanstrich von der Fa. Franz Müsseler aus Bongard. Schritt für Schritt wurde das Dach neu eingedeckt, und das Mauerwerk neu verfugt. Im Jahr 19   wurden neue Glocken aus Bronze beschafft und am     feierlich eingeweiht.

Da der aus den 70er Jahre stammende Innenanstrich zunehmend unansehnlich geworden war wurde 2007 beschlossen diesen zu erneuern.

Nachdem die Maßnahme genehmigt war, wurde die Kirche im Juni 2009 vorübergehend geschlossen und komplett innen eingerüstet. Bei ersten Kratzproben aus Gründen des Denkmalschutzes, trat der ursprüngliche Erstanstrich im Neoklassizistischen Stil hervor. Da dieser komplett restauriert werden musste, wurde der gesamte Finanz- und Zeitplan gesprengt. Neben dem fachmännischen Abbeizen war auch die Restaurierung durch entsprechende Spezialisten erforderlich. Der ursprüngliche Plan, die Kirche im September wieder zu eröffnen konnte nicht eingehalten werden.

Neben den Restauratoren erledigte die Fa. Müsseler aus Bongard die restlichen Verputz- und Anstreicherarbeiten. Die komplette Neuinstallation der Elektrik, einschließlich neuer Beleuchtung wurde von der Fa. Leif aus Nohn ausgeführt.

Nach vielen Stunden Eigenleistung und großzügiger Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte die Kirche dann am   Dezember 2009 feierlich wieder eröffnet werden.

Liste der Priester in Bongard seit dem Kirchenbau im Jahre 1914:

Erbauer der Kirche: Pastor Hermann, Pfr. in Bodenbach bis ca. 1924,

von 1924 bis 1934: Pastor Schmitt,

von 1934 bis 1941 : Pastor Josef Simon,

von 1941 bis 1954: Msgr. Heinrich Moritz,

von 1954 bis 1968: Pastor Franz Hehnen,

vom 1.7.1968 bis 20.5.1976: Henricus Antonius van Breugel.

Bis 3.10.1976 war Pater Cornelius Anton Petrus Peters CssR, Pfarrer in Antweiler als Pfarrverwalter tätig.

Ihm folgte als Pfarrverwalter P. Andreas Magermanns, Pfr. in Retterath bis Ende 1977.

Ihm folgte Pater Robert Bakker SJ als Pfarrer in Bodenbach und Müllenbach.

Im Herbst 1990 folgte als Pfarrverwalter Peter Bollig, Pfr. in Kelberg bis zum Spätsommer 1992. Neuer Pfarrer von Bodenbach und Beinhausen wurde im September 1992 Pfr. Bernhard Euteneuer. Im September 2000 kam die Pfarrei Bodenbach wieder zu Müllenbach mit den weiteren Pfarreien Welcherath und Nürburg.

Pfarrer ist z. Zt. Klaus Kohnz.

Als Küster in der neu erbauten Kirche in Bongard war bis 1941 Herr Müsseler. Ihm folgte seine Tochter Rosa Müsseler. Frau Rosa Müsseler feierte zur Kirmes 1991 Ihr 50-jähriges Dienstjubiläum. Durch einen Beinbruch beendete Sie dann im Sommer 1991 Ihren Dienst. Ihr folgte bis 30.04.2005 Frau Maria Bongarts. Danach übernahm Frau Resi Gilles die Aufgabe, die sie bis heute ausübt.